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März 2007
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Was Menschen einander antun |
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Nächstenliebe ist ein schönes Wort, doch mit der Wirklichkeit stimmt es leider nicht immer überein. Denn sonst gäbe es nicht den Verein SOLWODI, der vor zwei Jahrzehnten von Schwester Lea Ackermann gegründet wurde und sich um ausländische Frauen kümmert, die Opfer von sexueller Gewalt und Ausbeutung geworden sind. Eva Schaab, die diesen Verein auf Einladung von amnesty international vorstellte, hat ihren Wirkungskreis seit zwei Jahren in der Ludwigshafener Beratungsstelle, eine von vieren in Rheinland-Pfalz. Arbeitsschwerpunkt ist dabei der Frauenhandel. Und dabei spielt es eigentlich keine Rolle, ob es um Heiratsvermittlung, illegale Beschäftigung, Zwangsheirat oder Zwangsprostitution geht. Was das heißt? "In allen Fällen ist den Frauen nicht klar, worauf sie sich einlassen", erläutert Eva Schaab in der Villa Ecarius. Oft fehlt es bereits in ihren Herkunftsfamilien an Nestwärme, sie wachsen in Armut auf, erleben unter Umständen Obdachlosigkeit oder Diskriminierung: "Letzteres trifft in Südosteuropa vor allem die Roma-Frauen". Können Sie sich vorstellen, nur ein, zwei Euro am Tag zum Leben zu haben? Da wundert es nicht, wenn viele Frauen davon träumen, für ein paar Monate im "goldenen Westen" viel mehr zu verdienen. Leider finden sie bei uns oft nicht das vor, was sie erwarten. Freunde von Freunden versprechen ihnen Jobs als Zimmermädchen, Küchenhilfe oder |
Kellnerin.
Wenn sie Glück haben, werden sie einfach nur schlecht bezahlt,
müssen sich nur ab und zu den sexuellen Übergriffen ihrer
Chefs erwehren. Doch die Grenze zu sexueller Ausbeutung ist
fließend.
Und oft stellt sich heraus, dass es die versprochenen Jobs gar nicht
gibt. Statt dessen werden sie zur Prostitution gezwungen. Sie kommen
mit einem Touristenvisum und werden mit der Illegalität ihres
Aufenthalts unter Druck gesetzt. "Aber auch Frauen, die hoffen,
den Mann ihres Lebens getroffen zu haben, müssen oft Gewalt oder
sexuelle Ausbeutung erfahren", betont Eva Schaab.
Und so geht es in ihrer
Beratungsstelle um die Vernetzung mit anderen Vereinen, die im In-
und Ausland zu ähnlichen Themen arbeiten und um Projekte für
Rückkehrerinnen, vor allem aber um psychosoziale Betreuung. Der
Ansatz ist dabei ganzheitlich und parteilich zugunsten der Frau.
Leider tut sich das deutsche Justizsystem schwer mit dem
Straftatbestand des Menschenhandels und speist Frauen, die als
Zeuginnen aussagen, mit einem halben Hartz-IV-Satz ab. Doch nicht
jede Frau strebt tatsächlich ein Verfahren an. Frauen, die sich
einfach ein neues Leben aufbauen wollen, finden bei SOLWODI
psychosoziale Betreuung, die Vermittlung juristischer Hilfe, auch im
Rahmen des Zeugenschutzes, und die Kostenübernahme für
einen Deutschkurs. Ziel ist dabei ihre Stabilisierung, ihre
Integration und ihr selbstbestimmtes Leben. |