30. September 2007
   

2.715 Unterschriften für Petitionen von amnesty


   



Die Menschenrechtsorganisation amnesty international stellte auf dem Fest der Kulturen in Neustadt wie in den vergangenen Jahren schwerwiegende Fälle von Menschenrechtsverletzungen vor:

  • Aus aktuellem Anlaß berichtete Heiko Müller von der Bühne aus über die jüngsten Ereignisse in Myanmar/Birma und die Unterdrückung eines ganzen Volkes durch die militärischen Machthaber. In einer Petition wurde die unverzügliche Freilassung der friedlichen Demonstranten gefordert und die Verwirklichung von Meinungs- und Pressefreiheit in diesem Lande.
  • Ein anderer Fall betraf einen Jugendlichen aus Iran, der in einem unfairen Prozeß wegen angeblichen Mordes zum Tode durch Erhängen verurteilt worden war. Der Junge war zum Tatzeitpunkt gerade einmal 15 Jahre alt. amnesty erinnerte an internationale Verträge, die auch vom Iran unterzeichnet wurden, die die Verhängung der Todesstrafe an zum Zeitpunkt der Tat Minderjährige strikt verbieten. Die Petition forderte eine Umwandlung der Todesstrafe und ein Moratorium bei der Vollstreckung dieser Strafe.

  • Weitere Petitionen betrafen einen gewaltfreien oppositionellen Menschenrechtsverteidiger in Iran, bei dem ai befürchtet, er werde gefoltert.
  • Zudem forderte ai die Ächtung der Todesstrafe weltweit.

Teilweise bildeten sich lange Schlangen am amnesty-Stand – die Resonanz auf die Anliegen war für die amnesty-Mitglieder überwältigend: „Im vergangenen Jahr freuten wir uns über eine Rekordzahl von Unterstützern, nämlich 967 – am Sonntag wurden alle unsere Erwartungen übertroffen, denn am Abend konnten wir 2.715 Unterschriften zählen.“

Die Listen mit den Protesten der Teilnehmer des Festes werden nun an die jeweiligen Regierungen geschickt. Die Gruppe aus Neustadt erhofft sich eine ähnliche Resonanz wie im vergangenen Jahr: Damals wurde zwei Monate nach der Aktion auf dem Marktplatz die zum Tode durch Steinigung verurteilte 18jährige Nazanin Fatehi aus dem  Iran freigelassen.


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