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Die Menschenrechtsorganisation amnesty international stellte auf dem
Fest der Kulturen in Neustadt wie in den vergangenen Jahren schwerwiegende
Fälle von Menschenrechtsverletzungen vor:
- Aus aktuellem Anlaß berichtete Heiko Müller von der
Bühne aus über die jüngsten Ereignisse in Myanmar/Birma
und die Unterdrückung eines ganzen Volkes durch die
militärischen Machthaber. In einer Petition wurde die
unverzügliche Freilassung der friedlichen Demonstranten gefordert
und die Verwirklichung von Meinungs- und Pressefreiheit in diesem Lande.
- Ein anderer Fall betraf einen Jugendlichen aus Iran, der in einem
unfairen Prozeß wegen angeblichen Mordes zum Tode durch
Erhängen verurteilt worden war. Der Junge war zum Tatzeitpunkt
gerade einmal 15 Jahre alt. amnesty erinnerte an internationale
Verträge, die auch vom Iran unterzeichnet wurden, die die
Verhängung der Todesstrafe an zum Zeitpunkt der Tat
Minderjährige strikt verbieten.
Die Petition forderte eine Umwandlung der Todesstrafe und ein
Moratorium bei der Vollstreckung dieser Strafe.
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- Weitere Petitionen betrafen einen gewaltfreien oppositionellen
Menschenrechtsverteidiger in Iran, bei dem ai befürchtet, er werde
gefoltert.
- Zudem forderte ai die Ächtung der Todesstrafe weltweit.
Teilweise bildeten sich lange Schlangen am amnesty-Stand – die Resonanz
auf die Anliegen war für die amnesty-Mitglieder
überwältigend:
„Im vergangenen Jahr freuten wir uns über eine Rekordzahl von
Unterstützern, nämlich 967 – am Sonntag wurden alle unsere
Erwartungen übertroffen, denn am Abend konnten wir 2.715
Unterschriften zählen.“
Die Listen mit den Protesten der Teilnehmer des Festes werden nun an
die jeweiligen Regierungen geschickt. Die Gruppe aus Neustadt erhofft
sich eine ähnliche Resonanz wie im vergangenen Jahr: Damals wurde
zwei Monate nach der Aktion auf dem Marktplatz die zum Tode durch
Steinigung verurteilte 18jährige Nazanin Fatehi aus dem Iran
freigelassen. |