Oktober 2007
   

Globalisierung einmal anders


   

Fatal Transactions – das klingt nach einem Psychothriller, der einem im Kino die Haare zu Berge stehen lässt und einen wohligen Schauer verspricht. Die Wirklichkeit ist nicht weniger spannend: Fatal Transactions ist der Name einer Kampagne, die über den Zusammenhang zwischen den weltweiten Wirtschaftsbeziehungen und unserem Kaufverhalten aufklären möchte.

Rohstoffe können Konflikte verursachen oder zur Finanzierung von Konflikten dienen“, berichtet Verena Kantel vom Internationalen Konversionszentrum Bonn (BICC) in einer Veranstaltung von amnesty international in der Villa Ecarius. Schaut man sich die konkreten Fallbeispiele an, wird dies sofort augenscheinlich. Profitdenken ist ein weltweites Problem.

In Angola tobte schon im Kalten Krieg ein Stellvertreterkrieg zwischen Ost und West, der auch in den 90er Jahren kein Ende fand. Erdöl finanzierte dabei die angolanische Regierung, Diamanten die von den USA unterstützte Rebellenbewegung. Nachdem die Vereinten Nationen ein Diamantenembargo verhängten, war dieser Krieg praktisch beendet. Sierra Leones Diamanten bescherten dem Land ein ähnliches Schicksal, wie auch der Kinofilm „Blood Diamond“ mit Leonardo DiCaprio gezeigt hat. Nigeria hat ein anderes Problem: Dort ist die Bevölkerung des Nigerdeltas von den Gewinnen aus der Erdölförderung ausgeschlossen, verseuchte Böden und Flüsse sowie das Abfackeln des Erdgases schaden ihrer Gesundheit, gleichzeitig zweigt sie Erdöl aus den Pipelines ab, um wenigstens ansatzweise vom Reichtum der Region zu profitieren.


Ein Gegenbeispiel ist Botswana. „Traditionelle demokratische Strukturen sorgen dafür, dass die Steuern aus den im Tagebau gewonnenen Diamanten der gesamten Bevölkerung zugutekommen, dem Land geht es für afrikanische Verhältnisse ausgezeichnet,“ kann Verena Kantel vermelden. Und auch der Kimberley-Prozess ist alles in allem eine Erfolgsgeschichte, werden doch die Juweliere verpflichtet, die Herkunft ihrer Diamanten nachzuweisen.

Fatal Transaction – das bedeutet Ausbeutung der Ressourcen zu Lasten der Einheimischen: Eigentumsrechte, Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte werden systematisch verletzt. Was wir in Deutschland dagegen tun können? Nachfragen. Nachfragen, woher das Holz stammt, mit dem wir unsere Wohnung einrichten. Nachfragen, woher die Elektronik stammt, mit der wir untereinander kommunizieren. Nachfragen, woher der Diamant stammt, mit dem wir unserem Lebenspartner unsere Liebe gestehen. Kein Boykott, nur Information. Im Bewusstsein, dass Veränderungen nicht von selbst passieren.

Weitere Informationen finden Sie unter www.fataltransactions.de.


Home