Ich
sollte mich einfach auch mal engagieren
oder:
Wie ich zu amnesty international kam
Im
neuen Schuljahr (ich hole gerade mein Abitur am Speyer-Kolleg nach)
saß ich im Sozialkundeunterricht und verfolgte die Diskussion
einiger Schüler über Politikverdrossenheit. Mein Lehrer gab
zu bedenken, dass viele Menschen zwar über Missstände
schimpfen, aber persönlich nicht aktiv werden.
Natürlich
war mir auch schon vorher bewusst, dass ich im Endeffekt auch zu
dieser Menschengruppe gehöre, aber seit dieser Diskussion
meldete sich mein Gewissen doch immer öfter. So begann ich
darüber nachzudenken, was ich persönlich verändern
könnte. Mich in einer Partei engagieren? Oder doch eine
Organisation unterstützen? Ich klinkte mich im Internet ein und
landete letztendlich auf der Seite von ai, die mich aufgrund der
Thematik sehr ansprach. Und da ich ja beschlossen hatte, mich aktiv
zu betätigen, klickte ich an, dass ich Kontakt zu der Ortsgruppe
in meiner Nähe aufnehmen wolle. Geklickt, getan, und so saß
ich einen Monat später in meiner ersten Gruppensitzung der
Speyrer Ortsgruppe. Ich hatte doch erwartet, mehr Leute anzutreffen
und dachte, dass bestimmt ständig Aktionen stattfinden
würden-
so ähnlich wie bei Greenpeace. So war ich erstaunt, dass sich
die Gruppe nur alle vier Wochen trifft, und das in einem
Gemeindehaus? Aber dank der lockeren Atmosphäre und
interessanter Gespräche fühlte ich mich schnell wohl und
freute mich schon auf das nächste Treffen.
Heute
habe ich bereits den eindrucksvollen Vortrag von China Kadetski in
Germersheim erlebt und arbeitete am ai-Stand während des
Konzertes von „Bunt“ mit. Während des Konzerts war ich
etwas geschockt über das mangelnde Interesse der Besucher an
unserem Stand, und ärgerte mich, dass nur so wenige Leute unsere
Petitionen unterschrieben. Aber diese Erfahrung habe ich mittlerweile
gut weggesteckt und interpretiere sie als Zeichen, dass man sich eben
immer weiter engagieren muss, um wenigstens einige Menschen zu
erreichen. Ich habe vor, auch weiterhin aktiv Mitglied bei amnesty
international zu bleiben und freue mich auf alle neuen Erfahrungen!
Anne
Neugebauer
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